Natur Oberbecksen
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Wanderfalke im Portrait

Wanderfalken sind seltene Brutvögel Deutschlands und Europas.

Sie gehören zu den Großfalken und beeindrucken durch rasante Jagdtechniken, bei denen sie fliegende Vögel bis Entengröße im Sturzflug mit Geschwindigkeiten von weit über 200km/h schlagen können.

Jahrzehntelang waren sie aufgrund von Verfolgung und Umweltgiften vom Austerben bedroht.In den 60er/70er Jahren verschwand der Wanderfalke auf Grund vom Einsatz von  DDT –Giften.

Sie speicherten das Gift in hoher Konzentration, dieses führte fast zur Ausrottung des besonderen Greifvogels. Die Eierschalen der Brut zerbrachen  und konnte sich nicht mehr ausbilden, es kam zu Missgeburten. Durch genaue Untersuchungen wurde dieses Gift verboten und die Population der Falken erholt sich nach und nach. Heutzutage stabilisieren sich die Bestände wieder.

Wanderfalken brüten mitunter auch in grßeren Städten wie beispielsweise in Köln, Hamburg und Berlin.

Unzugängliche hohe Gebäude wie Kirchtürme und Industriebauten bieten einen sicheren Brutplatz.

Foto: "Unsere Greifvögel" /  Deutscher Jagdschutzverband e.V.

Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus Vögeln, die zum Großteil in der Luft geschlagen werden.Das Artenspektrum variiert dabei je nach Lebensraum. Vor allem im städtischen Umfeld machen Tauben einen Großteil der Nahrung aus. In Gewässernähe zählen Enten und Limikolen zu den bevorzugten Beutetieren. Aber auch Singvögel, wie beispielsweise Stare, Drosseln und Häher gehören zum Beutespektrum. Wanderfalken jagen oftmals von einer erhöhten Sitzwarte aus, kreisen aber auch hoch am Himmel, um nach Beutevögeln Ausschau zu halten.

Tauben stellen in den Städten eine leichte Beute dar, aber auch nachts durchziehende Arten, die von der städtischen Beleuchtung angestrahlt werden, können in den Fängen des Wanderfalken enden.

 

Die Brut der Wanderfalken beginnt in der Regel im März bis April. Wanderfalken sind dabei streng territorial und vertreiben Eindringlinge aus ihrem Revier.

Die 3-4 Eier werden überwiegend vom Weibchen bebrütet, während das Männchen Nahrung beschafft, aber auch kurzzeitig das Brutgeschehen übernehmen kann.

Nach 32 Tagen schlüpfen die Jungen.

Im Normalfall dauert die Nestlingszeit knapp 40 Tage.

 

Nord- und nordosteuropäische Wanderfalken sind überwiegend Zugvögel, die den Winter in Mittel- und Westeuropa verbringen. Altvögel der übrigen Populationen sind überwiegend Standvögel.

Wanderfalken können in der freien Natur ein Höchstalter von 18 Jahren erreichen.

 

 

Informationen aus: Greifvögel und Eulen - F. Heintzenberg / Kosmosverlag

Foto: P. Zeininger / "Greifvögel und Eulen" Verlag Kosmos 

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© Antje Brandt