Natur Oberbecksen
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Mehlschwalben "Am Adlerhorst"

 13 Juli 2014

 

 

Mehlschwalben „Am Adlerhorst“

 

Seit April ist wieder einiges los „Am Adlerhorst“.

22 Mehlschwalbennester sind dort unter den Dachüberständen (verteilt auf drei Mehrfamilienhäuser) zu entdecken.

Nach aktuellen Beobachtungen sind offensichtlich 6 davon durch die kurzschwänzigen Schwalben belegt.

Einige Nester sind marode durch „Altersschwäche“ oder von Haussperlingen bezogen worden, wie Herr und Frau Bertram aus Beobachtungen bestätigen können.

Herr und Frau Bertram wohnen seit 20 Jahren in einem der Häuser Am Adlerhorst,sie beobachten regelmäßig das rege Treiben der Schwalben, die jährlich von April bis September mit ungefähr 2-3 Bruten beschäftigt sind.

Mehlschwalben sind stark an die Gebäude der Menschen gebunden. Der Grund: Hier bauen sie ihre kugeligen Mörtelnester aus kleinen Schlamm- und Lehmkügelchen. Die Nester haben eine Einschlupföffnung am oberen Rand und innen sind sie mit Federn ausgepolstert.

Nach Informationen des Nabu ist die Mehlschwalbe auf der Roten Liste( Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten) als „gefährdet“ eingestuft.

Ihr Bestand geht weiterhin zurück.Einige Gründe dafür werden sein, dass Schlick- und Lehmpfützen für den Nestbau selten geworden sind und ein verringertes Angebot an Insektennahrung besteht.

„Gerade aus diesem Grund ist es schön zu sehen, dass die Tiere „Am Adlerhorst“ noch ausreichend Platz zum Bauen ihrer Nester finden“ so A. Brandt

 

Wichtig zu wissen ist: Die Nester der kleinen Koloniebrüter dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz nicht beschädigt und zerstört werden, auch der Zugang zu den besetzten Nestern darf nicht versperrt werden. Dies gilt außerdem für alle weiteren Vogelarten.

Nicht jeder möchte sich mit den Tieren arrangieren. Doch es macht sehr viel Sinn, sich über die Tiere zu informieren, sie beim Fliegen und auch beim Füttern ihrer Jungen zu beobachten.

Dem Ärgernis Vogelkot kann unter Umständen ein Kotbrett vorweg greifen.

Das Reinigen solcher Bretter, die horizontal unterhalb der Nester angebracht werden,gestaltet sich aus Erfahrung wesentlich einfacher und kostengünstiger, als die Sanierung einer Hausfassade.

Wer den Vögeln helfen möchte, kann auch künstliche Nisthilfen für Schwalben aus Holzbeton anbringen.

Wer die wendigen Flugkünstler und Sommerboten an seinem Haus duldet und fördert kann sich beim Nabu für die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ bewerben.

 

Ungefähr im September wird es dann auch „Am Adlerhorst“ wieder ruhiger werden, dann machen sich die Mehlschwalben auf den Weg in ihr Winterquartier (in der Regel liegt dies in Afrika.)

Im April werden sie dann wieder zurückkehren.

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© Antje Brandt