Natur Oberbecksen
Natur Oberbecksen

"Wenn die blanke Sonne sich verschlüpft,

kriecht die Kröte aus dem Loch und hüpft.

Wenn ich ihr begegne ab und an,

schaut sie mich mit goldnen Augen an."

 

Josef Guggenmoos

Wissenswertes über Lurche

Erdkröte

WIRBELTIERKLASSE

Die Amphibien oder Lurche bilden mit weltweit etwa 6.200 Arten eine eigene Wirbeltierklasse. Bei den Amphibien werden Schwanzlurche ( Molche, Salamander)

und Froschlurche ( Unken, Frösche, Kröten) unterschieden.

( Die dritte Ordnung der Amphibien , die Blindwühlen sind nur in tropischen Gebieten beheimatet.)

LEBEN IN ZWEI WELTEN

Der Begriff Amphibien stammt vom griechischen amphibios, was soviel wie "doppellebig" bedeutet.

Die Bezeichnung bezieht sich darauf , dass die Tiere sich in bestimmten Lebenszyklen bzw. Jahreszeiten an Land oder eben im Wasser aufhalten. Landlebensräume für Amphibien müssen ausreichend Nahrung, Versteckmöglichkeiten und Winterquatiere bieten, während im Laichgewässer optimale Entwicklungsmöglichkeiten für die Jungtiere herrschen sollten.

Teichmolch

VOM EI ZUM LURCH

Einige Krötenarten setzen ihre Eier, den sogenannten Laich, in meterlangen Schnüren im Gewässer ab. Frösche dagegen legen ihren Laich in Form von Ballen ab. Molche heften ihre Eier einzeln an Wasserpflanzen, wobei der Laich zum Schutz vor Fressfeinden in Blätter eingewickelt wird.

Aus den Eiern schlüpfen bei den Schwanzlurchen Larven, die bereits die Gestalt von Molchen bzw. Salamandern besitzen. Bei Fröschen , Unken und Kröten , also den Froschlurchen, verläuft die Entwicklung über das Kaulquappenstadium. Bei den aus dem Laich geschlüpften Kaulquappen entwickeln sich zunächst die Hinterbeine und dann die Vorderbeine. Mit der Rückbildunge des Schwanzes ist die Metamorphose der Froschlurche abgeschlossen. Die Jungtiere gehen dann an Land und kehren in der Regel erst nach zwei bis drei Jahren zur Fortpflanzung wieder an die Laichgewässer zurück.

Laichschnüre der Erdkröte

Fotos: R. Frilling

"FROSCHREGEN"

 

Wenn man Glück und vor allem ein gutes Auge hat, kann man im Sommer den im Volksmund genannten "Froschregen" beobachten. Nach ihrer Zeit als Kaulquappen, wandern junge, kleine Frösche und Kröten in Massen von ihrem Gewässer ab und begeben sich auf ihren ersten Landgang.

WANDERUNG

Nur in seltenen Fällen sind im direkten Umfeld der Laichgewässer geeignete Landlebensräume und Winterquartiere vorhanden. Die Amphibien müssen deshalb regelmäßig auf Tour gehen. Der Beginn der Frühjahrs-Wanderung wird durch eine innere Uhr , sowie die Außentemperatur gesteuert und beginnt in der Regel , wenn die Nachttemperaturen fünf Grad Celcius übersteigen. Regen verstärkt die Wanderbereitschaft. Während die Wanderung zum Laichgewässer innerhalb weniger Wochen im zeitigen Frühjahr erfolgt, kann die Rückwanderung bis in den Sommer andauern. Auch die Jungtiere begeben sich nach Verlassen der Gewässer auf Futtersuche und entfernen sich dabei vom Laichgewässer. Die Abwanderung der Jungtiere reicht bis in den Herbst. Die Tiere orientieren sich am Erdmagnetfeld, an markanten Geländepunkten , wie zum Beispiel Waldrändern , sowie im Nahbereich auch mit dem Geruchssinn. Die Wanderleistung der einheimischen Amphibien ist enorm. So kann die Erdkröte auf ihrer Wanderung zum Laichgewässer bis zu drei Kilometer zurücklegen.

ÜBERWINTERUNG

Amphibien sind wechselwarme Tiere, das heißt, die Körpertemperatur entspricht weitgehend der Außentemperatur. In der warmen Jahreszeit regulieren sie ihren Wärmehaushalt, indem sie zwischen sonnigen und feuchten, kühlen Plätzen wechseln. Im Winter verstecken sich die Tiere an frostfreien Plätzen, wie Laub- und Komposthaufen, Baumstubben und Erdbauen von Kleinsäugern.

Ihr Stoffwechsel verlangsamt sich und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt fallen die Lurche in eine Winterstarre. Je nach Witterung dauert die Winterruhe von November bis März. Im Frühjahr werden die Amphibien wieder aktiv.

Bergmolch

NAHRUNG

Amphibien sind bei der Nahrungsuche nicht sehr wählerisch. Gefressen wird meist alles, was nicht zu groß zum Herunterschlucken ist. Den Hauptteil der Nahrung machen Insekten, Spinnen, Tausendfüßer, Schnecken und Regenwürmer aus. Es kommt aber auch vor, dass die eigenen Jungtiere gefressen werden. Kaulquappen ernähren sich von Algen und Bakterienrasen. Molche leben dagegen bereits im Larvenstadium sehr räuberisch und fressen kleine Wassertiere ( Wasserflöhe, Larven von Wasserinsekten, aber auch Kaulquappen und kleine Molchlarven)

DARF MAN TIERE UMSETZEN?

Nachdem der Teich fertig gestellt ist, brennen viele Naturfreunde darauf , nun schnell die ersten Frösche, Molche und Wasserinsekten beobachten zu können. Trotz aller Ungeduld sollte man darauf verzichten, Tiere aus der Natur oder Nachbars Teich umzusetzen, denn in neu angelegten Teiche gesetzte Tiere verenden vielfach oder wandern nach kurzer Zeit wieder ab.

Zudem stehen alle heimischen Amphibien einschließlich ihres Laiches unter Naturschutz.

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© Antje Brandt