Natur Oberbecksen
Natur Oberbecksen

Feldhecken

Warum überhaupt Feldhecken?

 

Sie :

  • geben der Landschaft Gestalt
  • bieten Rückzugsraum für Insekten,Vögel und Säugetiere
  • sind Futterquelle
  • bieten Schutz vor Kälte, Wind und Hitze
  • dienen der Lebensraumvernetzung

 

Im Bezug auf die Landnutzung:

  • bremsen sie als Windbrecher die Bodenerosion
  • Boden und Pflanzen trocknen weniger aus
  • im Windschatten bilden sie Tau
  • Die vom Wind mitgetragenen Feld- und Ackerbeikrautsamen werden "gefiltert"

 

Selbst auf Feldmäuse wirkt die Hecke regulierend: Die Feldmaus selbst meidet Hecken, da sie im offenen Feld zu Hause ist. Mauswiesel und Fuchs, Mäusebussard und Eulen gehen von hier aus auf die Jagd.

 

Feldhecken sollten vom Waldrand her in die Landschaft gezogen werden, so finden die Tiere des Waldes leichter Zugang.

Benjeshecke

Die Methode der Benjeshecke

Entgegen einer kostenintensiven Pflanzhecke bietet die Benjeshecke

(benannt nach dem deutschen Landschaftsgärtner, Naturfotografen, Schriftsteller und "Heckenbauer" Hermann Benjes)

einige Vorteile:

  • kostengünstig
  • sich selbsteinfindende,standortangepasste Pflanzne
  • Geästwall dient als Windbrecher
  • Schutzraum für Heckenbewohner von Beginn an

 

 

Das Material:

  • (harte) Laubhölzer
  • keine Nadelhölzer, wegen beschleunigter Verrottung und Bodenübersäuerung

Das Geäst wird ca. 4 Meter breit und 1 Meter hoch als Gestrüppbarriere geschichtet.Dünnes und dickes Material wird gemischt,ineinander geschoben und gerüttelt.

Die Barriere soll dergestalt sein, dass sie Licht und Luft für die Pflanzen zum Boden kommen lässt. Aber auch so struppig, dass sie Schutzraum bieten kann.

 

Direkt nach der Errichtung kommen erste Mäuse zum Rinden nagen, Vögel suchen den Schutzraum auf zur Zwischenrast oder Bodenbrüter als Brutplatz. Sie hinterlassen die ersten Samen der späteren Heckensträucher.

Das Geäst dient dabei als Schutz vor Verbiss durch Schalenwild und geht über die Jahre hinweg den Verrottungsweg.Es verschwindet sozusagen im Boden, während die Hecke emporsteigt.

Kleinbiotope integrieren

Das Ansiedeln von weiteren Tieren kann mit gezielt angelegten Kleinbiotopen gefördert werden:

 

  • Wurzelstöcke und Totholzhaufen für Käfer
  • Erdbedeckte Amphibiengänge aus geschichteten Dachziegeln (Höhlenquerschnitt 10 mal 10 cm)
  • Igelhöhlen (Zugang ca. 10 mal 10cm, Höhle 30 mal 30 mal 30, mit etwas Stroh)
  • Lesesteinhaufen ( Fläche mind. 1 qm) als Ruhe- und Jagdplatz für Insekten und Kriechtiere auf der Sonnenseite
  • Wassermulden
  • Strohballen
  • Laub- und Geästhaufen

 

 

  • Diese Biotope können  gleich integriert werden oder auch nach und nach in Folgezeit
  • In der ansonsten ebenen Landschaft werden Hohlräume geschaffen und die Wasserversorgung ist gesichert

 

Wichtig:

  • Bei der Schaffung von Höhlen, dass sie vor Verrutschen oder Einsturz gesichert sind
  • Materialabhängig dürfen keine scharfen Kanten zur Innenseite zeigen.
  • An stärker frequnetierten Wegen sollten die Biotope gut verborgen sein, damit die Heckenbewohner nicht allzu oft von neugierigen Blicken gestört werden.

 

Nach dem Prinzip der Benjeshecke wird die Länge der Hecke gefünftelt. Dies bedeutet, jedes Jahr darf immer nur der fünfte Teil dieser Hecke auf den Stock gesetzt werden. Durch dieses Prinzip haben wir 5 unterschiedliche Vegetationsstufen.

Das heißt, alles Starkholz wird komplett entfernt. Äste und Zweige werden als Wall über die Stümpfe gelegt. Sie bilden dort einen sofortigen Schutz für die Vögel und Kleintiere. Die bei der nächsten Vegetationsperiode sprießenden Triebe werden durch diesen Wall diesen noch mehr verdichten und über Jahre einen perfekten Schutz bieten.

Dieses letzte genannte Prinzip können wir auch in unseren heimischen Garten anwenden.

Auch hier müssen ab und an Büsche und Bäume zurück geschnitten werden.

Bitte nicht häckseln oder zur Gründeponie bringen.

Wenn das abgeschnittene Strauchwerk in die vorher bearbeiteten Büsche und Sträucher eingezogen wird ,kann man den gleichen Effekt, wie bei der Benjeshecke erzielen.

 

Manchmal reicht schon ein Strauch aus um es zu probieren. Bald wird sich eine Veränderung

einstellen und im nächsten Jahr wird der eine oder andere etwas mutiger und die „unordentliche“

Fläche wird vielleicht etwas größer.Auf jeden Fall wird es die Natur und den darin lebenden Tieren danken.

 

 

 

Text: W. Heper und A. Brandt

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Antje Brandt